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Knoblauchkröte im Bereich der geplanten131ha Kiesabbaufläche entdeckt.

Im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung zum Bau des Radweges Geinsheim - Kornsand  nördlich der L3094 wurde die vom Aussterben bedrohte Knoblauchkröte gefunden. Ihr Vorkommen in Geinsheim  war bislang unbekannt. Die Firma Dyckerhoff sagt lt. Presse vom 22.4.2010 zu, den Naturschutz zu berücksichtigen. Die BIK wird zusammen mit der Geinsheimer Natur- und Vogelschutzgruppe untersuchen, wie weit die Knoblauchkröte in die 131 ha wandert.


Bedeutung der Landwirtschaft im Ried und in Trebur
Neben den Regionalen Raumordnungsplänen werden auch Landwirtschaft-liche Fachpläne erstellt. Im nachstehenden Artikel wird sich auf den Plan von 2004 bezogen.

Entwicklung der Bodennutzung in Hessen   1989- 2001
                                       ha          ha
Landwirtschaftsfläche    938.223     -31.155
Wasserfläche                 26.185       1.368
Die Zahlen belegen dass die Landwirtschaft ständig an Fläche für andere Nutzungen verliert  aber auch, dass die Wasserflächen durch Kiesabbau zunehmen. In 12 Jahren nahm die Wasserfläche um 1368 ha in ganz Hessen zu, Der Entwurf des Regionalen Raumordnungsplans zeigt für Trebur 353ha Abbaufläche plus 317ha bekannte Lagerstätten, was zusammen mit den 99 ha die bereits abgebaut sind, in Summe 769 ha ausmacht. Rechnet man die Kiesseen von Leeheim hinzu überschreitet man die 1000 ha,  Hinzu kommen in Trebur noch 300 ha Wasserfläche durch Schwarzbach und Gräben.

Nutzungseigenschaften der Feldflur
In der Nutzungseignungskarte wird festgehalten, dass ein erheblicher Teil der landwirtschaftlichen Flächen in Südhessen (rd. 47 %) als vorrangig geeignet eingestuft ist. Schwerpunkte bilden hierbei die Wetterau und das Hessische Ried. Gerade das hessische Ried erhält die Einstufung 1 plus, da neben den guten Böden weitere Kriterien wie Beregnung , Umwelt, Freizeitnutzung , Erholung  und Versorgungsnähe eine Rolle spielen.

Beregnungsfähigkeit
Angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung bei sinkender landwirtschaftlicher Anbaufläche wird in einem Ausblick auf das Jahr 2030 erwartet, dass die Flächenerträge durch eine ökologisch verträgliche Intensivierung gesteigert werden müssen, da einer Ausdehnung landwirtschaftlicher Nutzflächen, vielfach Grenzen gesetzt sind. „Im Jahr 2025 werden 83 Prozent der Weltbevölkerung, in den Entwicklungsländern leben. Es ist allerdings fraglich, ob die Kapazität der vorhandenen Ressourcen und Technologien ausreichen wird, um die Bedürfnisse dieser ständig weiter wachsenden Bevölkerung in Bezug auf Nahrungsmittel und andere landwirtschaftliche Produkte zu befriedigen. Die Landwirtschaft muss dieser Herausforderung in erster Linie dadurch begegnen, dass sie die Produktion auf bereits bewirtschafteten Flächen steigert, gleichzeitig aber ein weiteres Vordringen auf nur begrenzt für eine landwirtschaftliche Nutzung geeignete Standorte un-terlässt.“ (Agenda 21, Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und  Entwicklung im Juni 1992 in Rio de Janeiro)
Die FAO-Ernährungsexperten (Food and Agriculture Organization) fordern eine „nachhaltige landwirtschaftliche Intensivierung“ im Sinne „guter land-wirtschaftlicher Praxis“, besonders in Gebieten mit landwirtschaftlichem Potenzial. Bis 2030 wird nach Schätzungen die Nahrungsmittelnachfrage um 60% steigen.
In der Vergangenheit ging in der Region ein deutliches Bevölkerungs- und damit Siedlungsflächenwachstum mit einem teilweise sehr starken Rückgang der landwirtschaftlichen Nutzfläche einher. Folgerungen: Neben dem Erhalt bestehender Flächen ist daher die Erhaltung beregnungsfähiger Standorte ein wichtiger Ansatz, um die nachhaltige verbrauchernahe Produktion von Lebensmitteln auf geeigneten Flächen für die Zukunft zu sichern. Dabei dient die Beregnung der Ertragssteigerung, aber auch der Ertragssicherung bei Trockenheit und damit der Versorgungssicherheit. Außerdem ermöglicht die Beregnung den nachhaltigen Anbau von Sonderkulturen, insbesondere Gemüse, die in erheblichem Maße zur Schaffung der Ernährungsgrundlagen beitragen.
Dies gilt vor allem für das Hessische Ried. In Trebur kann die ges. landwirt-schaftlichen Nutzfläche beregnet werden.

Arbeitskräfte in der Landwirtschaft
Der Landkreis Groß - Gerau hat 3.202 Beschäftigte, was auf je 100 ha 5,4 bedeutet
67 % der Beschäftigten in Südhessen sind in Haupterwerbsbetrieben tätig, In Hessen gilt dies dagegen nur für 52 % der Beschäftigten.

Vorbemerkung zum Verhältnis Landwirtschaft - Feldflur
Bei der Betrachtung der Feldflurfunktionen wird also nicht allein auf Funktionen der Landwirtschaft im engeren Sinne abgehoben, denn die Funktionen der Feldflur gehen weit über die Funktionen der Landwirtschaft hinaus.
Andererseits ist es in erster Linie die landwirtschaftliche Flächennutzung, die die Feldflur prägt und notwendige Voraussetzung für deren Funktionserfüllung ist. Das heißt: Ohne Landwirtschaft gäbe es auch keine Feldflur. 
Angesichts dieser globalen Entwicklungen ist der Bestand an landwirtschaftlichen Produktionsflächen, insbesondere in dicht besiedelten Regionen wie Südhessen, unbedingt für die Zukunft zu erhalten, um eine angemessene nachhaltige und regionale Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln zu sichern.
Dies gilt in besonderem Maße für die Standorte Südhessens, da sie im nationalen und globalen Vergleich überwiegend ein hohes bis sehr hohes Potenzial für die Erzeugung von Nahrungsmitteln aufweisen.
 
Erholungsfaktor und Schutzfunktion der Landwirtschaft
Neben der Nahrungserzeugung spielt die Landwirtschaft als Natur- und Kultur-landschaft, als Lebens-, Freizeit- und Erholungsraum, als weicher Standortfaktor eine wichtige Rolle, was sich zunehmend positiv im Berufsbild der Landwirte widerspiegelt. Eine nicht unbedeutende Funktion für die Naherho-ung kommt oft auch dem landwirtschaftlichen Wegenetz zu. Dieses wird vielfach von Radfahrern, Spaziergängern, Inline-Skatern, Reitern u.a. genutzt.
 „Die landwirtschaftliche Bodennutzung schafft für viele der geschützten Tier- und Pflanzenarten erst die Bedingungen, die für ihr Überleben notwendig sind.
Die landwirtschaftliche Pflanzenproduktion trägt in erheblichem Umfang zur Sauerstoffbildung und zur Bindung von Kohlendioxid, dem bedeutendsten Treibhausgas, bei. Durch den gezielten Anbau von Energie- und Rohstoffpflanzen kann dieser Effekt noch erheblich gesteigert werden.
Die jährliche Sauerstoffproduktion in Hessen durch landwirtschaftli-che Fläche entspricht 5,4 Tonnen pro Hektar (zum Vergleich: der Wert für Wald liegt lediglich bei 3,5 Tonnen


Beitrag der landwirtschaftlichen Nutzung zum Hochwasserschutz:
In ihrer Eigenschaft als Wasserspeicher übt die Feldflur eine wichtige Funktion für die Hochwasserrückhaltung in Retentionsräumen aus. Die Entstehung von Hochwasserereignissen wird am besten vermieden, wenn die Niederschläge möglichst vor Ort versickern  Das die landwirtschaftliche Nutzung hier positive Beiträge leistet, zeigt sich beispielsweise bei der Versickerungsrate. Bezogen auf 100 Liter Niederschlag versickern auf Ackerflächen 40 ltr, bei kargen Weiden  ca. 35 ltr. auf Ödland 25 ltr.


Ziele für die weitere Entwicklung der Feldflur und der Landwirtschaft Südhessens
Aus der Bestandsaufnahme und Analyse der Landwirtschaft sowie der Auswertung der einzelnen Feldflurfunktionen lassen sich Ziele für die südhessische Region ableiten, die wesentlich für die künftige Entwicklung sind:
• Erhaltung der Landwirtschaft zur Sicherung der spezifischen Leistungsfähigkeit der Feldflur
• Sicherung und  Steigerung des Anteils der landwirtschaftlich bewirtschaften Feldflur
• Sicherung und Ausbau der Nahversorgung mit Lebensmitteln
• Verbesserung der Rahmenbedingungen für Entwicklung und Wachstum zukunftsfähiger landwirtschaftlicher Betriebsstrukturen
• Minimierung von Beeinträchtigungen der landwirtschaftlichen Entwicklung
• Auf- bzw. Ausbau der Erzeugung von nachwachsenden Rohstoffen sowie die Nutzung regenerativer landwirtschaftlicher Energieträger
 
• Wahrung der Interessen der Landwirtschaft als Bewirtschafter der Feldflur.
• Erhalt von Acker- und Grünlandflächen, insbesondere Flächen mit hoher Nutzungseignung, beregnungsfähige Flächen

Fazit: ACKERBAU IST WICHTIG FÜR DIE ZUKUNFT!
Eine Vergrößerung der Wasserfläche durch Kiesabbau ist nicht das Ziel der landwirtschaftlichen Fachplanung.
Dies dient nur den Gewinnen der Firma Dyckerhoff, zumal sie eine Wiederverfüllung ablehnt. Die Landschaft einmal ausbeuten und dann weiterziehen, die Folgen sind nicht mehr Sache von Dyckerhoff. Gegen diese Wegwerfmentalität gilt es sich zu wehren.
Aufforstflächen, Rohstoffabbau, Biokraftstoffe; Strom- und Wärmeerzeugung, die nachwachsenden Rohstoffe und Verkehrswege erfordern immer mehr Ackerflächen die zur Nahrungsmittelerzeugung genutzt werden. Damit steigen die Preise für Lebensmittel in Höhen, die von vielen Menschen nicht mehr bezahlt werden können. In der dritten Welt sind schon heute große Demonstrationen an der Tagesordnung, da die Menschen hungern.
Laut Info aus dem Landwirtschaftsministerium von Baden-Württemberg wurden pro ha im Jahre 2002  137 Personen ernährt, wobei jedes Jahr die Erträge gesteigert werden können. Mehr als 17.000 Personen können auf den 131 ha ernährt werden.

www.bi-kiesabbau.de
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