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Stand des Verfahrens

Scopingtermin am 31.5.2011 beim Bergamt
Fa.Dyckerhoff stellt beim Bergamt einen Antrag zum Neuaufschluss von Quarzsand- und Quarzkiesgewinnung in Trebur. Die beantragte Fläche beträgt 80 ha gemäss dem Regionalen Raumordnungsplan Südhessen. Mit Anregungen und Auflagen wird der Firma Dyckerhoff die weiter Planung gestattet.  - Die Leitlinie s.u. des Kreistags Groß-Gerau spielt keine Rolle und muss nicht berücksichtigt werden.

Der Kreistag Groß -Gerau hat  im März 2009 eine Leitlinie über den Umgang mit dem Kiesabbau erstellt.
Hier soll nur die Zusammenfassung gezeigt werden. Sicherlich entsprechen nicht alle Punkte der Vorstellung der BIK, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Zusammenfassung der Ergebnisse der Bestandsaufnahme und Analyse
Im Folgenden werden die wichtigsten Ergebnisse der Bestandsaufnahme- und Analyse für die einzelnen Fachthemen zusammengefasst dargestellt. Wo es möglich ist, erfolgt die Zuordnung der Ergebnisse in die Kategorien „Was spricht für neue Kiesabbauflächen / Chancen für den Kreis Groß-Gerau“ und „Was spricht gegen neue Kiesabbauflächen / Risiken und Probleme für den Kreis Groß-Gerau“. 6.1 Rohstoffe und Wirtschaft
Was spricht für neue Kiesabbauflächen / Chancen für den Kreis Groß-Gerau:
· Wertvolle, abbauwürdige Bodenschätze liegen im Kreis.
· Einige genehmigte Abbauflächen sind bald erschöpft.
· Einzelne Bedarfe sind durchaus nachvollziehbar. Jeder Unternehmer braucht eigene Flächen.
· Arbeitsplätze im Kreis Groß-Gerau.
· Vorwiegend Abbau für die Wirtschaft in der Region, kein Export.
· Wirtschaftliche Wertschöpfung / Steueraufkommen im Kreis.
· Lieferung wichtiger Bestandteile für die Betonherstellung (Mittelsande, feine Sande).
Was spricht gegen neue Kiesabbauflächen / Risiken und Probleme für den Kreis Groß-Gerau:
· Die Flächenverluste durch den Rohstoffabbau gehen zu fast 100% auf Kosten der landwirtschaftlichen Flächen.
· Der Abbau erfolgt sehr langsam. Die ausgewiesenen Flächen reichen meist noch aus.
· Der Kiesabbau schafft wenige Arbeitsplätze bei sehr hohem Flächenverbrauch.
· Recyclingprodukte werden sich auf dem Rohstoffmarkt nicht etablieren solange die originären Rohstoffe so günstig abgebaut werden können.
· Die Gewinnmargen auf dem Rohstoffmarkt sind sehr gering.
· Es werden nicht die geeignetsten Flächen nacheinander abgebaut, sondern viele Standorte von verschiedenen Unternehmen gleichzeitig.
Sonstiges:
· Entscheidend dafür, ob Rohstoffe abgebaut werden, sind vor allem auch die Transportkosten.
6.1.6 Verfüllung
Was spricht für neue Kiesabbauflächen/ Chancen für den Kreis Groß-Gerau:
· Flächen stehen nach dem Kiesabbau wieder für eine Nutzung (Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Siedlungsentwicklung) zur Verfügung. Regionalplanung und Umwelt 12.02.2009 AK Rohstoffe Seite 18/20
Was spricht gegen neue Kiesabbauflächen/ Risiken und Probleme für den Kreis Groß-Gerau:
· Es besteht die Gefahr das Abfälle bzw. Schadstoffe verfüllt werden, deren Auswirkungen später zu immensen Kosten führen. Dies ist kaum zu kontrollieren.
· Die Bewertung der zu verfüllenden Materialien ist sehr schwierig.
· Eine Gefährdung des Grundwassers ist nicht vollständige auszuschließen.
· Veränderte Strömung des Grundwassers: Grundwasserleiter können sich vermischen, die Höhengleichen des Grundwasserkörpers können sich verändern, was Auswirkungen auf Natur und Landschaft haben kann.
· Die Verfüllung erhöht das Verkehrsaufkommen beträchtlich, da das Material überwiegend per LKW angeliefert wird und eine Anlieferung per Schiff weitgehend auszuschließen ist.
6.1.7 Nachnutzung
Was spricht für neue Kiesabbauflächen/ Chancen für den Kreis Groß-Gerau:
· Mehrfachnutzung einer Fläche ist möglich.
· Steigerung der Attraktivität als Sport- und Freizeitbereiche.
· Potenziale für Tourismus.
Was spricht gegen neue Kiesabbauflächen/ Risiken und Probleme für den Kreis Groß-Gerau:
· Eine Nachnutzung wird erst nach einem Zeitraum von 10 bis 100 Jahren relevant. Bis zur Nachnutzung vergeht ein sehr langer Zeitraum, sodass jetzt getroffene Festlegungen u. U. später nicht mehr gewollt, erlaubt oder überholt sind.
· Mit der intensiven Freizeitnutzung kann es zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen mit hohem Besucherdruck und allen Folgen (Abfall, Beunruhigung, …) kommen.
· Entstehende Wasserflächen haben nur einen geringen ökologischen Wert im  Vergleich zur heutigen Flächennutzung.
6.2 Raumordnerische Vorgaben
Was spricht für neue Kiesabbauflächen/ Chancen für den Kreis Groß-Gerau:
· Kies- und Sandabbaugebiete gibt es landesweit nur an wenigen Stellen, u.a. im Kreis
Groß-Gerau. Der Abbau im Kreis Groß-Gerau empfiehlt sich deshalb raumordnerisch.
Was spricht gegen neue Kiesabbauflächen/ Risiken und Probleme für den Kreis Groß-Gerau:
· Die im Regionalplan Süd eingezeichneten Vorrangflächen sind überdimensioniert. Die Vorrangflächen für Rohstoffabbau Planung im Regionalplan Südhessen übersteigen die bisherigen Abbauflächen um mehr als das doppelte.
· Die Raumordnung kann Rohstoffabbau nur begrenzt steuern, da die tatsächliche Nutzung über die Planfeststellung erfolgt. Es werden sogar nicht raumordnerisch vorgesehene Flächen zum Abbau planfestgestellt.
· Die Vorrangflächen Abbau Bestand sind noch nicht vollständig abgebaut.
Regionalplanung und Umwelt 12.02.2009 AK Rohstoffe Seite 19/20
Sonstiges:
· Die Raumordnung muss für ein entsprechendes Angebot an geeigneten Abbauflächen sorgen.
· Die Neuausweisungen haben einen mittel- bis langfristigen Horizont.
· Es ist nicht gewährleistet, dass die am besten geeigneten/ konfliktärmeren Flächen im Kreis zuerst abgebaut werden.
6.3 Wasser
Was spricht gegen neue Kiesabbauflächen/ Risiken und Probleme für den Kreis Groß-Gerau:
· Bei Nichteinhaltung von Mindestabständen besteht eine Gefährdung für die Deiche
· Erhöhter Schadstoffeintrag ins Grundwasser, da Regenwasser nicht mehr durch das Erdreich gefiltert wird.
6.4 Natur
Was spricht für neue Kiesabbauflächen/ Chancen für den Kreis Groß-Gerau:
· Nur bei einer konsequenten Einhaltung möglichst naturnaher Ausgestaltung kann der Kiesabbau zu einer ökologischen Aufwertung des Rieds beitragen. Eine Nutzung durch andere Interessensgruppen (Wassersport, Angeln usw. müsste unterbleiben)
Was spricht gegen neue Kiesabbauflächen/ Risiken und Probleme für den Kreis Groß-Gerau:
· Es sind nur großflächige Abbaubereiche vorgesehen, die wegen ihrer Proportionen kaum ökologische Funktionen entwickeln können (große Wasserfläche mit wenig Uferlinie).
· Zusätzlicher Verlust von land- und forstwirtschaftlicher Flächen.
· Nicht kompensierbarer Verlust von Teillebensräumen besonderer Arten.
· Mögliche negative Beeinflussung benachbarter Lebensräume und Schutzgebiete.
· Die Folgenutzungen sind zum Zeitpunkt der Bescheiderteilung nicht wirklich steuerbar.
6.5 Verkehr
Was spricht gegen neue Kiesabbauflächen/ Risiken und Probleme für den Kreis Groß-Gerau:
· Die Belastung in bereits jetzt schon erheblich belasteten ODs kann zunehmen. Die Verfüllung von Gruben führt zu zusätzlichem Verkehr.
Sonstiges:
· Durch die im Regionalplan Südhessen geplanten Abbauflächen werden keine zusätzlichen (neue) Ortsdurchfahrten belastet.
Regionalplanung und Umwelt 12.02.2009 AK Rohstoffe Seite 20/20

C.)  LEITLINIEN  UND  FORDERUNGEN  FÜR  DEN  UMGANG  MIT  KIESABBAU   IM   KREIS  GROß -GERAU

Auf der Grundlage der Ergebnisse der Bestandsaufnahme und der Analyse werden im Folgenden Leitlinien und Forderungen formuliert, anhand derer zukünftig Abbauvorhaben im Kreis Groß- Gerau beurteilt werden können.
1. Rohstoffe und Wirtschaft
· Neuausweisung und Genehmigung nur von Vorhaben, bei denen die Nachnutzung abschließend, auch finanziell, gesichert ist.
· Von Verfüllungen ist abzusehen, wenn die folgenden Bedingungen nicht erfüllt werden können:
o Verfüllung nur mit einem betreiberunabhängigen Monitoring, damit keine Schadstoffeinträge erfolgen können.
o Keine zusätzliche Belastung von Ortsdurchfahrten durch die Anlieferung von Verfüllmaterial.
2. Raumordnerische Vorgaben
· Der Planungszeitraum sollte 25 Jahre nicht überschreiten, da längere Zeiträume vor allem hinsichtlich der Nachnutzung nicht planbar sind.
· Die Nachnutzung sollte bereits auf der Ebene der Raumordnung mit festgelegt werden.
3. Wasser
· Schadstoffeinträge ins Grundwasser sind auszuschließen.
· Zu Deichanlagen sind entsprechende Abstände einzuhalten, damit die Standsicherheit nicht gefährdet wird.
4. Natur
· Möglichst kleinteilige und flache Gewässer herstellen oder durch Rekultivierung sicherstellen.
· Folgenutzungen und entsprechende Rekultivierungen sollten durch ein übergreifendes Konzept für den Naturraum festgelegt werden. Hierbei müssen Naturschutzseen bevorzugt werden.
· In Naturschutzseen sind Angel- und Badebetrieb sowie sonstige Nutzungen auszuschließen.
· Ausreichende Abstandflächen der Abbau- und Betriebsfläche und der Zufahrtswege zu Schutzgebieten und sonstigen hochwertigen Biotopen sind festzulegen.
· Festlegung und Überwachung von Artenschutzauflagen während der Abbauphase.
· Naturschutzseen müssen in ökologischer Relation zur Wasserfläche breite und flache Uferzonen aufweisen. Diese sind auch als wechselfeuchte Bereiche teilweise ohne Gehölzpflanzung zu entwickeln.
· Konsequente Kontrolle der Auflagen während der Abbauphase, der Rekultivierung und der Folgenutzung.
· Konsequente Ahndung von Verstößen gegen Auflagen.
5. Verkehr
· Abtransport der Abbauprodukte möglichst per Schiff.
· Es sollen keine bisher unbelasteten Ortsdurchfahrten belastet werden.
· Es sollte keine Mehrbelastung von schon belasteten Ortsdurchfahrten erfolgen.


Die Bagger für die Umgehungsstrasse müssen noch warten, da die von der oberen Naurtschutzbehörde wegen eines Vogelschutzgebietes vorgeschlagene Trasse (V4) von der Landwirtschaft nicht akzeptiert wird. Da hat es Dyckerhoff leichter; ohne die von der Gemeinde geforderte Umweltverträglichkeitsstudie vorlegen zu müssen, ist der Bagger nach der Zustimmung des Regierungspräsidiums zum Abtragen des Mutterbodens angerückt.1.9.08

Regierunugspräsidium erlaubt weiteren Kiesabbau in Geinsheim

Mit Schreiben vom 2.Juni 2008 fordert Dyckerhoff die sofortige Vollziehung des beantragten Planfeststellungsbeschlusses für das Kiesvorhaben (7,9 ha) in Geinsheim. Mit Schreiben vom 30.Juni 2008 genehmigt das RP die Erweiterung der bestehenden Kiesfläche um 7,9 ha. Die Einwendungen der Gemeinde Trebur wurden zurückgewiesen.
Beim Abbau müsse das Unternehmen im Interesse des Umwelt-, Landschafts- und Naturschutz jedoch zahlreiche Auflagen einhalten, ohne dass sie benannt werden, kann man der Presse am 11. .Juli 2008 entnehmen.

Im Planfeststellungsbeschluss kann man nachlesen:

Wasserwirtschaft:Es stehen keine zwingenden Versagensgründe des geltenden Rechts dem Vorhaben entgegen, aus wasserwirtschaftlichem Blickwinkel ist eine Beeinträchtigung des Wohles der Allgemeinheit nicht zu erwarten. Da hier schon in den letzten Jahrzehnten Kies abgebaut wurde, können die bestehenden Betriebseinrichtungen genutzt werden; künstliche Gewässer sind so zu bewirtschaften, dass eine nachteilige Veränderung vermieden wird. Um illegale Ablagerungen zu vermeiden, ist das Gelände gegen unbefugten Zutritt zu sichern.
Naturschutz
: Dem Erweiterungsvorhaben stehen keine zwingenden Versagungsgründe landschaftsschutzrechtlicher- oder naturschutzrechtlicher Natur entgegen.
FFH-Verträglichkeit
: Die 7,9 ha-Erweiterungsfläche befindet sich außerhalb EU-rechtlich geschützter Landschaftsteile. (den Grünzug hatte man vorsorglich schon in 2007 verlegt)
Bauplanrecht:
Ein zwingender Versagungsgrund folgt nicht aus dem Bauplanrecht. Das Vorhaben dient einem ortsgebundenen gewerblichen Betrieb.
Landwirtschaft
: Durch das Vorhaben stehen landwirtschaftliche Flächen für die bisherige Nutzung nicht mehr zur Verfügung
Öffentliche Belange:
Für die Erweiterung ist ein öffentliches Interesse anzuerkennen. Es findet bereits Kiesabbau statt und gewährleistet eine regionale Versorgung.
Private Belange:
Für das Vorhaben sprechen die Belange der Antragstellerin hinsichtlich einer betriebswirtschaftlich sinnvollen Nutzung der noch vorhandenen Abbauflächen. Mehr als unwesentliche Beeinträchtigung der Betroffenen sind nicht zu erwarten.

Das sieht die BIK, wie auch Bürgermeister J. Arnold völlig anders. Unserer Meinung nach basiert die Entscheidung des RP auf fehlerhafter Abwägung der Fakten und dient einzig dem Interesse eines Konzerns. Dass die Gemeinde erwägt, Rechtsmittel einzulegen, sollte von der Bevölkerung unterstützt werden. (Schreiben sie uns Ihre Meinung!) Das RP hat die Beschlüsse der Gemeinde nicht nur ignoriert sondern umgedreht. Das RP will in 5 Jahren, wenn die Fläche ausgekiest ist noch einmal über eine Verfüllung nachdenken. Die soeben ausgekieste Fläche soll lt. RP verfüllt werden.

Nachstehenden Brief schrieb die BIK an die Mitglieder der Regionalversammlung und den Kreistag

Wir alle tragen große Verantwortung für den Erhalt unserer Umwelt. Auch Ihre Position zur Regionalplanung ist gefragt und wir benötigen Ihre Unterstützung, um unser vertrautes Landschaftsbild als Spiegelbild unserer kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung zu erhalten.

Dies sind die wichtigen Leitbilder unserer Zukunft:

• Keine Zerstörung unserer Auen und Felder
• Kein Polder durch die Hintertür
• Keine Vernässungsschäden an unseren Häusern durch Grund- oder Druckwasser
• Keine Zerstörung der Lebensräume heimischer Pflanzen und Tiere
• Keine Vernichtung von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft
• Keine Zerstörung unserer grünen Lunge, denn auf z.B.130 ha Ackerfläche erzeugen
    die Pflanzen jährlich ca. 486 to Sauerstoff und binden 668 to Kohlendioxid
• Keine weitere Verknappung der Lebensmittelproduktion;
• mit diesen 130 ha können Tausende von Menschen ernährt werden

Der Boden, für den wir uns einsetzen, ist neben Wasser und Luft, die Lebensgrundlage für Pflanzen, Tiere und Menschen. Dieses sensible und äußerst empfindliche System auch für die Zukunft zu schützen, ist das Anliegen der

BIK (Bürgerinitiative gegen den weiteren Kiesabbau in unserer Gemeinde)

Die finanziellen Interessen Einzelner dürfen nicht vor den Interessen und Belangen der Bürger dieser Gemeinde stehen.

" Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt, wir haben sie von unseren Kindern geliehen"
Was wir heute tun, bestimmt die Zukunft unserer Kinder!

Mit freundlichen Grüßen
BIK Trebur

www.bi-kiesabbau.de
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